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Baltische Staaten erinnern an Massendeportationen von 1941

Denkmal in estnischen Hafenstadt Paldiski für die in den Jahren 1941 und 1949 DeportiertenDenkmal in estnischen Hafenstadt Paldiski für die in den Jahren 1941 und 1949 Deportierten"Ich verneige mich vor allen Opfern. Wir werden jede Wiederholung von solchen Verbrechen verhindern," sagte estnische Regierungschef Taavi Rõivas am 14. Juni als die baltische Staaten sich an die Opfer der Massendeportation vom 1941 erinnert haben. In Estland, Lettland und Litauen wurde mit bewegenden Gedenkfeiern an die Opfern gedacht. In Vilnius erhob sich das litauische Parlament zu einer Schweigeminute, anschließend berichtete Parlamentspräsidentin Loreta Graužinienè, wie tausende unschuldige Bürger willkürlich in Güterwaggons nach Sibirien transportiert wurden.

Im Juni 1941 wurden in den baltischen Ländern nach der Annexion durch die Sowjetunion schätzungsweise 50.000 Menschen deportiert.

Das geheime Zusatzprotokoll des Hitler-Stalin-Paktes vom 23. August 1939 erklärte die baltischen Staaten zur sowjetischen Interessensphäre. Im Juni 1940 besetzten die Truppen der Roten Armee von Diktator Jossif Stalin das Baltikum. Unmittelbar danach verhaftete die politische Geheimpolizei hunderttausende Esten, Letten und Litauer nur weil sie demokratischen Parteien oder dem Militär angehörten. Inhaftiert wurden zudem Geschäftsleute und Grundbesitzer. Sie alle stellten für die Kommunisten eine intellektuelle Gefahr da. Schon nach der Oktoberrevolution 1917 hatte die Sowjetunion unter ihrem ersten Führer Wladimir Lenin die Erfahrung gemacht, dass diese Schicht der Bürger fähig ist, dem Kommunisten Widerstand zu leisten.

Im Juni 1941 setzten dann auch Massendeportationen in sibirische Straflager ein. Aus Estland wurden rund 11.000, aus Lettland 16.000 und aus Litauen 21.000 unschuldige Menschen verschleppt. Man gab ihnen nur einige Minuten Zeit, ihre persönliche Sachen zu packen. Der Nachfolgestaat der Sowjetunion, die Russische Föderation, steht bis heute nicht zu diesem Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Infolge des deutschen Angriffs auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 fand die sowjetische Okkupation der baltischen Länder ein vorläufiges Ende. Die Hitler-Truppen bildeten nun mit den Generalbezirken Estland, Lettland, Litauen und Weißrussland das „Reichskommissariat Ostland“. Die Hoffnungen der Ostsee-Länder, von den deutschen Besatzern Unterstützung auf dem Weg in die Unabhängigkeit zu finden, wurde rasch desillusioniert. Die Rote Armee von Stalin durchbrach 1944 die deutschen Verteidigungsstellungen im Baltikum. Es kam zu eine Massenflucht der Esten (rund 80.000), Letten (120.00) und Litauer (66.000) nach Deutschland, Schweden, Australien und Nordamerika. Dort befinden sich heute noch große Kolonien der Exil-Balten.

Im März 1949 führten die sowjetischen Besatzer, die sich Befreier nannten, erneut Massendeportationen nach Sibirien durch. Zweck der Maßnahmen war die Russifizierung der baltischen Staaten. Stalin begründete die grausame Deportation mit der unzureichenden Kollektivierung der Landwirtschaft und der Widerstandsbewegung. Partisanen, genannt „Waldbrüder“, waren noch bis in die 1950er Jahre aktiv.

Foto: © Wikipedia

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