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Helsinki 2050: Menschen haben Vorfahrt

 

Das Bauprojekt Kalasatama in HelsinkiDas Bauprojekt Kalasatama in HelsinkiDer Mensch, insbesondere Fußgänger und Radfahrer, steht im Mittelpunkt der Stadt Helsinki im Jahr 2050. Ein Rückbau innerstädtischer Autobahnen zu Straßen und Boulevards ist geplant, um mehr Platz für Wohnungen zu schaffen. Der Schienenverkehr wird zum wichtigsten Verkehrsmittel in der Stadt.

Das Stadtplanungsamt befindet sich gerade in einer Vorbereitungsphase für einen neuen Flächennutzungsplan für Helsinki. Er sieht entscheidende Änderungen in der finnischen Hauptstadt vor. Die Zeitspanne erstreckt sich bis ins Jahr 2050.

Laut Prognosen werden in Helsinki im Jahr 2050 rund 860.000 Menschen wohnen (Stand 2013: 604.000). Um für die neuen Bewohner ausreichend Wohnraum anbieten zu können, will die Stadt einen unkonventionellen Weg gehen. Statt Wohnsiedlungen am Stadtrand zu errichten, soll vor allem in den vorhandenen Stadtteilen durch Nachverdichtung Wohnraum geschaffen und in den öffentlichen Verkehr investiert werden.

Das Ziel ist klar: Helsinki soll urbaner werden. Die Trennung zwischen Innenstadt und Vorstadt soll an Bedeutung verlieren und belebte, urbane Wohnviertel sollen auch außerhalb des klassischen Stadtzentrums entstehen. In diesen neuen Wachstumszentren können Bewohner auch vielfältige Einkaufs-, Dienstleistungs- und Kulturangebote in Anspruch nehmen. Kompakte Stadtstruktur und flächendeckender Nahverkehr dienen ebenfalls der Nachhaltigkeit, da die Notwendigkeit, das Auto zu nutzen, geringer ausfällt. Die Straße wird nicht nur eine Verkehrsanbindung sein, sondern ein lebendiger Treffpunkt für Menschen im öffentlichen Raum.

Platz zum Wohnen durch den Umbau von Autobahnen zu Boulevards
Fest steht: Das Auto verliert seine Stellung als primäres Verkehrsmittel. Geplant ist eine „Netzwerkstadt“, die auf dem Schienenverkehr basiert. Die Gegenden rund um Vorstadtbahnhöfe entwickeln sich zu kleineren Ortszentren, die wiederum mit Querverbindungen miteinander verbunden sind.

Um Platz für neue Wohnungen innenstadtnah zu schaffen, plant Helsinki u. a. die Autobahnen innerhalb des inneren Stadtrings in Straßen umzugestalten. Denn Autobahnspuren in der Stadt nehmen viel Platz in Anspruch, der weitaus effektiver genutzt werden kann. Wenn eine Autobahn zum Boulevard wird, können die Straßen mit Häusern bebaut werden. Ein weiterer Effekt: Durch reduzierte Geschwindigkeiten nimmt der Verkehrslärm ab und die Stadt gewinnt an Lebensqualität.

Der fußgänger- und fahrradgerechten Infrastruktur Helsinkis wird in Zukunft eine starke Aufmerksamkeit gewidmet. Alle wichtigen Verkehrsadern erhalten Radspuren und das Fahrrad soll eine echte Alternative zum Auto werden. Gesonderte Fahrradparkplätze verbessern die Anschlussmöglichkeiten an den Nahverkehrsknotenpunkten.Chefarchitekt Matti Kaijansinkko ist verantwortlich für das Bauprojekt Länsisatama (Westhafen) unweit von Zentrum HelsinkisChefarchitekt Matti Kaijansinkko ist verantwortlich für das Bauprojekt Länsisatama (Westhafen) unweit von Zentrum Helsinkis

Helsinki wendet sich dem Meer zu
Mit mehr als 120 km Küstenlinie und rund 300 Inseln ist die Ostsee ein wichtiges Identitätsmerkmal der finnischen Hauptstadt. Die Entfernung zum Meer beträgt nirgendwo in Helsinki über 10 km. In Zukunft wird das Meer noch stärker das Stadtbild prägen, da neue Stadtteile direkt am Wasser oder auf den vorgelagerten Schäreninseln entstehen. Dabei bleiben die Küste und die Inseln öffentlich zugänglich und bieten neue Möglichkeiten zur Erholung und zum Wohnen. Die Fährverbindungen zu den Inseln werden verbessert und in das städtische Nahverkehrsnetz integriert. In den neuen, am Wasser gelegenen Stadtteilen werden etwa 50.000 Menschen ein neues Zuhause finden.

Von der Vision zur Wirklichkeit
Von diesem veröffentlichten Bericht ist es jedoch noch ein langer Weg bis zur Verwirklichung. Auf Grundlage des Berichts erstellt das Stadtplanungsamt eine Skizze des neuen Flächennutzungsplans. Die Skizze wird zu einem Entwurf ausgearbeitet, den der Stadtrat von Helsinki voraussichtlich 2016 behandeln bzw. den neuen Flächennutzungsplan verabschieden wird.

Die Stadtverwaltung Helsinkis legt großen Wert auf transparente Entscheidungsprozesse. Daher sind alle Pläne des gesamten Planungsprozesses öffentlich einsehbar. Die Stadt hofft auf eine aktive Bürgerbeteiligung und fördert die Kommunikation zwischen den Einwohnern sowie der Stadt durch digitale Medienforen im Internet sowie durch Ausstellungen, Bürgerabende und andere Veranstaltungen zu diesem Thema.

Fotos: © Das Baltikum-Blatt / AWSiebert

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