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Finnen wehren sich gegen Sparpolitik

Finnische Fahne - SymbolbildFinnische Fahne - SymbolbildMit einer Großdemonstration in Helsinki und etlichen Streiks haben zehntausende Bürger in Finnland am 18. September gegen die von Premierminister Juha Sipilä angekündigte Sparpolitik demonstriert. An dem Protestzug in der finnischen Hauptstadt nahmen nach Angaben von Polizei und Organisatoren rund 30.000 Menschen teil. Wegen der Arbeitsniederlegung fuhren Busse und Bahnen nicht. Ebenso stellten die Seehäfen und die finnische Post ihre Arbeit ein, einige Schulen und Kindertagesstätten blieben geschlossen.

Den Protestaktionen war eine Rede von Sipilä vorhergegangen, in der dieser angekündigt hatte, dass der einstige Musterschüler der Eurofamilie sich nicht weiter mit Schulden finanzieren kann. Das skandinavisches Land hat seit drei Jahren eine schwächelnde Konjunktur. Laut Regierungschef ist es jetzt die Zeit gekommen, um die Wirtschaft zu stärken. Dazu müssen die Menschen bereit sein, mehr zu arbeiten. In der Zukunft soll es zudem weniger Ferientage, weniger Zuschüsse für die Überstunden und Wochenarbeit, aber auch weniger Wohngeld für Rentner geben.

Einer Umfrage zufolge unterstützen rund 70 Prozent der Finnen die Sparpläne der Regierung. Die Koalition hatte sich 2011 auf ein Sparprogramm geeinigt, das der finnischen Wirtschaft in der Zwischenzeit drei Prozent des BIP durch Einsparungen und Steuererhöhungen entzogen hat. Das Haushaltsdefizit hatte sich trotzdem verdreifacht. 2015 soll die Staatsverschuldung erstmals 60 Prozent des BIP übersteigen. Die Arbeitslosigkeit ist fast auf zehn Prozent gestiegen. Es wird nur 0,5 Prozent Wachstum erwartet. Schuld für die schlechte Prognose ist die Ukraine-Krise. Russland gehört traditionell zu Finnlands größten Handelspartnern. Nach der Erhängung der westlichen Sanktionen kann Finnland sein großes Nachbarland nicht mehr beliefern.

Von der Sparplänen sind auch viele in Finnland arbeitende Esten betroffen. Viele sind schon in die Heimat zurück gekehrt. Ob sie in Estland eine neue Stelle finden können, ist fraglich.

Foto: © Das Baltikum-Blatt / AWSiebert

 

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