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Irritationen um geplante Militärübung

 

US-Kampfflugzeuge Typs A-10 auf dem Luftwaffenstützpunkt Ämari in EstlandUS-Kampfflugzeuge Typs A-10 auf dem Luftwaffenstützpunkt Ämari in EstlandFinnland ließ am Anfang Februar wissen, dass es bei der gemeinsamen Lufttrainingseinheiten mit US-Luftwaffe nicht um Übung der Verteidigung eines NATO-Mitgliedslandes geht. Dementsprechend will das neutrales Land an gemeinsamen Übungen mit der USA und Schweden mitmachen. Als militärisch neutrale Staaten gehören Finnland und Schweden den Allianz nicht an.

Die dreiwöchige Luftübungen sollen im März beginnen, vorbei die Militärjets der Vereinigten Staaten, kommend aus italienischen Aviano, aus estnischen Ämari starten werden. Militärflugplatz Ämari in Gemeinde Vasalemma ist der wichtigste Stützpunkt der estnischen Luftstreitkräfte und inzwischen auch neben Šialiai in Litauen zweite Basis für das Air Policing Baltikum.

Estland ist, wie auch die USA, Mitglied des westlichen Verteidigungsbündnisses. Dem kleinsten baltischen Land fehlen jedoch eigene Militärjets. Deswegen sind in Estland nach dem Rotationsprinzip Militärflugzeuge der NATO-Mitgliedstaaten stationiert, um den Luftraum des Landes zu überwachen und verteidigen.

Finnland wird in den ersten zwei Wochen die Flugmanöver in den Schulungseinheiten mit US-Militärmaschinen des Typs F-16 bewerkstelligen. In der letzten Übungswoche sollten dann die Kampfjets aus Schweden zu gemeinsamen Luftübungen erscheinen. Die Militärtrainingseinheiten, so der Plan, werden in den Lufträumen von Finnland und Schweden, aber auch im internationalen Luftraum über der Ostsee durchgeführt.

Die schwedische Zeitung Expressen hat nun enthüllt, dass sich die Außenministerin des Landes, Margot Wallström dem Druck aus Moskau beugte. Sie soll den Moskau zugesichert haben, dass die schwedische Militärmachinen nicht auf dem Flugstützpunkt Ämari in Estland landen werden. Expressen berichtete, der russische Botschafter Wiktor Tatarinzew hatte sich über die Übungen mit Staatssekretärin Annika Söder unterhalten, er wollte dazu die Ziele und Details wissen.

Die Zusage an Russland hat der Chefdiplomatin jetzt eine Kritikwelle mitgebracht. „Wenn die Nachricht stimmt, sollten die Außenministerin und ihre Staatssekretärin das Kabinett verlassen, schrieb der Abgeordnete des Europaparlaments (EP), Fredrick Federley via Twitter. Es sei ihm schwer zu verstehen, warum eine Vertreterin der schwedischen Regierung über die bevorstehende Luftübungen mit Vertretern Russlands spricht, sagte der Volksvertreter des Parlaments Riksdag in Stockholm, Hans Wallmark: „Ich bin nicht erstaunt, dass Moskau sich über Lufttraining informieren will, überraschend ist jedoch, dass die Russen von uns Antworten bekommen.“ Auch der Chef von Volkspartei, Jan Björklund will Erklärungen über den Vorfall. Seine Meinung nach ist es erschreckend, dass die Russen versuchen, Schweden einzuschüchtern und die schwedische Regierung dies noch zulässt .

„Schweden, Finnland und Estland sind souveräne Staaten. Wir bestimmen selbst, wie wir die Übungen gestalten und wo wir unsere Verteidigungstruppen stationieren. Es gibt nichts, worüber die Russen entscheiden müssen. Es wäre sehr bedauerlich, wenn die Nachricht sich bestätigen sollte,“ sagte Björklund.

Der Verteidigungssprecher des Zentrumspartei, Daniel Bäckström erklärte ebenfalls, dass es Putin nicht zustehe zu diktieren, wo schwedische Flugzeuge landen sollten.

Die Regierungsquellen und Pressesprecher der schwedischen Verteidigungstruppen, Philip Simon haben jetzt der Zeitung Aftonbladet mitgeteilt, es sei nie geplant gewesen, dass die schwedische Militärjets Typs JAS 39 Gripen in estnischen Ämari landen. Die Flugzeuge werden von schwedischen Flugstützpunkten aus starten und dort auch landen.

Bekannt wurde auch, dass die Botschaft der russischen Föderation in Helsinki die Kanzlei des finnischen Staatspräsidenten Sauli Niinistö wegen die bevorstehende Luftübungen kontaktiert hat. Darüber berichtet die finnische Tageszeitung Uusi Suomi. Als Niinistö anschließend am 10. Februar sich mit russischen Botschafter Alexander Rumjanzew traf, wurden keine Fragen mehr gestellt. Finnische Militärflugzeuge werden, genau so wie schwedische während der gemeinsamen Trainingseinheiten in NATO-Mitgliedstaat Estland nicht landen. (asie)

Foto: US-Army Europe / Wikimedia

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