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Russlands strategische Interessen an Schweden

Toomas Hendrik Ilves, Staatspräsident EstlandsToomas Hendrik Ilves, Staatspräsident EstlandsEstlands Präsident Toomas Hendrik Ilves warnte, dass die zu Schweden gehörende Insel Gotland für die Russen von großen strategischem Interesse sei. Seine Meinung nach könnte Kreml durchaus entscheiden, seine Raketen auf der Ostseeinsel zu stationieren. Die bekannte schwedische Ferieninsel liegt nur etwa 300 Kilometer von der russischen Enklave Kaliningrad (früher die ostpreußische Metropole Königsberg) entfernt. Deswegen wirbt Ilves dafür, dass das Königreich Mitglied der westlichen militärischen Allianz NATO wird. Denn vor einem Monat gab der US-Botschafter in Schweden, Mark Brzezinski, bekannt, dass nur eine Vollmitgliedschaft Schwedens in der NATO den amerikanischen Beistand gegen einen russischen Angriff gewährleisten wird. Schweden und sein Nachbarland Finnland sind die einzigen Staaten der Europäischen Union (EU) im Ostseeraum, die noch nicht der NATO angehören. Doch Helsinki setzt, im Gegensatz zu Stockholm, seit Jahren auf eine starke Landesverteidigung mit einer größtmöglichen Soldatenstärke von 350.000 im Kriegsfall. Das Land arbeitet auch aktiv mit der EU und den traditionellen skandinavischen Allianz zusammen.

"Von Gotland aus kann man mit Raketen Oslo, Kopenhagen, Berlin, Warschau, Vilnius, Riga, Tallinn und Helsinki erreichen", sagte Ilves in einem Interview für die schwedische Tageszeitung "Svenska Dagbladet". "So wäre es möglich, dieses ganze Gebiet zu überwachen. Von dieser Ostseeinsel aus bekommt man auch Überlegenheit über den gesamte Luftraum." Die Befürchtungen des Staatsoberhaupts von Estland, das 1953 in Stockholm in einer exil-estnischen Familie geboren wurde, sind nicht aus der Luft gegriffen. Das traditionell neutrale Land könnte im Falle eines Überfalles nur eine Woche standhalten, warnte der Oberbefehlshaber der königlichen Streitkräfte, Sverker Göranson, schon vor einem Jahr.

Wie verletzlich das Königreich ist zeigte sich, als vergangene Ostern russische Kampfflugzeuge ein Manöver in der Nähe von Gotland durchführten. Das skandinavische Land hatte damals nichts entgegen zu setzen, zur Hilfe kamen die Dänen, die ihre Militärflieger in litauischen Šiauliai stationiert hatten. Die Luftraumverletzungen durch russischen Kampfjets im Territorium von EU und NATO werden regelmäßig registriert.

Im April gab die schwedische Regierung bekannt, dass das Land jetzt seinen Verteidigungsetat schrittweise erhöhen will. Das Kabinett beschloss zudem, die militärische Präsenz in der Ostsee zu erhöhen. Es wurde vorgeschlagen die Zahl der Militärflieger vom Typ Jas E-39 von derzeit 60 auf 70 erhöhen und fünf neue U-Boote zu kaufen.

Foto: © Das Baltikum-Blatt / AWSiebert

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