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Auf dem Usedomer Musikfestival sind estnische Kontraste zu hören

Maestro Neeme Järvi Maestro Neeme Järvi Estland, der Länderschwerpunkt des 20. Usedomer Musikfestivals, beeindruckt durch seine außergewöhnlich kontrastreiche Musik. Vom 21. September bis zum 12. Oktober präsentieren international hochkarätige estnische Musiker diese Vielfalt angefangen bei Mittelalter- und Renaissance-Klängen über klassische und romantische bis hin zu moderner Musik der letzten 40 Jahre. Das Baltikum-Blatt ist Pressepartner des Festivals. Das Programm können Sie hier herunterladen.

Musikalische Präsentation Estlands
Das Festival wird musikalisch präsentieren, was Estland heute kennzeichnet: So steht man als Besucher des Ostseeanrainers manchmal nur einige hundert Meter von der Autobahn entfernt, inmitten eines Urwaldes mit Wölfen, Bären und Luchsen. Für eine flächendeckende Versorgung mit WLAN ist dort im übrigen gesorgt. Kein Wunder also, dass auf 100 Esten etwa 120 Mobiltelefone kommen und in dem kleinen Land zwischen Ostsee und finnischem Meerbusen der Internet-Telefondienst Skype erfunden wurde.

Einen Eindruck von diesen Kontrasten vermittelt das Ensemble Resonabilis mit der neuesten Musik aus Estland am 8. Oktober in Seebad Bansin. Ähnliche Extreme bietet die Hauptstadt Tallinn, wenn man von den Wolkenkratzern in Richtung der mittelalterlichen Altstadt blickt. Dort stand im Jahre 1441 der weltweit erste Weihnachtsbaum und im historischen Stadtkern findet man noch heute Europas älteste Apotheke aus dem Jahre 1422.

Zum Usedomer Musikfestival entführt Hortus Musicus, eine der bekanntesten Gruppen für alte Musik in die Zeit der Renaissance und des Barock zu „Höfischen Festen - Östlichen Winden“ am 22. September in der Evangelischen Kirche Krummin. 

Die hypnotisch-mystische Komposition „Chant of the Celestial Lake“ für Flöte und Streichorchester entführt in die Ferne des Morgenlandes. Das Stück komponierte der weltbekannte estnische Komponist Peeter Vähi und widmete es der Tochter Neeme Järvis, Maarika, die es auch zu zum ersten Mal aufführte. Das Konzert zum Abschluss der Saison am 12. Oktober im Musikland Mecklenburg-Vorpommern endet schließlich wieder mit dem estnischen Nationalkomponisten Eduard Tubin.

Estlands bestes Aushängeschild – Familie Järvi
Der Maestro Neeme Järvi, geboren in estnischen Hauptstadt Tallinn, arbeitete als Chefdirigent in den bekanntesten Symphonie-Orchestern der Welt und veröffentlichte international die meisten Einspielungen auf Tonträgern mit nordischen Werken. Zum 20. Usedomer Musikfestival verortet er gemeinsam mit seiner Tochter, Maarika Järvi (Flöte) und dem Oboisten Kalev Kuljus seine Heimat zwischen Norden, Westen und fernen Osten: Mit an den Finnen Jean Sibelius anschließenden Klangvisionen des Esten Eduard Tubin beginnt das Abschlusskonzert mit dem NDR-Sinfonieorchester am 12. Oktober in Peenemünde, danach folgt Wolfgang Amadeus Mozarts Konzert für Oboe und Orchester.

Ein Land wie Estland braucht gute Botschafter. Für das kleinste baltische Land ist das die Künstlerfamilie Järvi. Musikalisches Urgestein, Vater Neeme und seine Söhne Paavo und Kristjan dirigieren rund um Globus, Tochter Maarika ist auf der Weltbühnen ständig mit ihre Musiziere unterwegs.

Neeme Järvi ist 1980 wegen sowjetischer Repressalien mit seiner Familie aus der Heimat in die USA ausgewandert. In der Zeit nach der Wiedererlangung der Souveränität des Landes kommen die Järvis jedoch regelmäßig in ihr Land zurück und bringen meistens noch hochrangige Orchester und Solisten mit.

Neeme Järvi ist wie ein alter Wein, der mit den Jahren besser, reifer geworden ist, und doch dabei frischen Geschmack beibehalten hat. Auch seine Söhne Paavo und Kristjan, die in des Vaters großen Fußstapfen getreten sind, und Tochter Maarika haben ihre gleiche Begeisterung zu Klangreich von Papa geerbt. Die Järvi-Familie ist die beste Werbemarke, die Estland je zu bieten hatte. Obwohl es Liilia Järvi immer gelingt im Hintergrund zu stehen, ist ihre starke Rolle in der Familie deutlich spürbar.

Jetzt können Musikbegeisterte die Järvis auf der Usedomer Musikfestival hautnah erleben:

Eröffnungskonzert am 21. September im Kraftwerk des Museums Peenemünde, Kristjan Järvi dirigiert Baltic Youth Philharmonic. Als Solisten ist Martin Kuuskmann (Fagott) zu erleben.

Konzert am 24. September im Kraftwerk des Museums Peenemünde, Paavo Järvi dirigiert Deutsche Kammerphilharmonie Bremen. Neben Beethoven ist noch „Cantus in Memorian Benjamin Britten“ und „Fratres“ von weltbekannten estnischen Tonsetzer Arvo Pärt zu hören.

Abschlusskonzert am 12. Oktober im Kraftwerk des Museums Peenemünde, Neeme Järvi dirigiert NDR-Sinfoniorchester. Als Solisten sind Maarika Järvi (Flöte) und Kalev Kuljus (Oboe) zu hören.

Weitere Informationen: www.usedomer-musikfestival.de

Text: Usedomer Musikfestival / Aino Siebert

Foto: © Aino Siebert